Safran aus Taliouine

Dort, wo die Ausläufer des Hohen Atlas die Sahara berühren, in einer Mondlandschaft, wo man kein Leben vermuten würden, dort gedeiht das rote Gold Marokkos.

Der Legende nach haben Araber den Safran hier zurückgelassen, als sie aus dem Nahen Osten nach Andalusien zogen.

„Bei uns im Dorf ist der Safran ein Gast, der nur im Oktober für zwei Wochen zu Besuch kommt“, sagt Abdoullah. Der Safran bestimmt den Rhythmus des Lebens. Sein Anbau ist reine Handarbeit.

Abdoullah und seine Familie stehen um fünf Uhr morgens auf, sie beten und frühstücken. Dann machen sie sich auf den Weg zu ihrem Safranfeld. Der Safran muss kurz nach Sonnenaufgang geerntet werden, bevor sich die Blüten öffnen. Zu Hause werden die Stempel aus den Blüten gezupft.

Nach der Ernte reist Abdoullah für einen oder anderthalb Monate durch die Dörfer und Städte, um seinen Safran zu verkaufen, Von dem Geld kauft er Kleider, Zucker und Mehl.