Arganöl – das weiße Gold Marokkos

Arganbaum, Marokko: Ziegen fressen Arganfrüchte

Arganbaum, Marokko: Ziegen fressen Arganfrüchte

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Ein Film von  Roberto Lugones – Geo 360° – arte / Jetzt auf YouTube ansehen

Die Dokumentation gibt einen Einblick in das Leben der Berberfrauen im Südwesten Marokkos, verfolgt die verschiedenen Etappen der Herstellung des von ihnen gewonnenen Arganöls und zeigt sowohl die manuelle Fertigung als auch die industrielle Erzeugung dieses für die Berber wichtigen Lebensmittels. Dabei erhält der Zuschauer gleichzeitig interessante Informationen über die gesellschaftlichen Diskussionen und Veränderungen, die durch die Frauenkooperativen in Marokko initiiert wurden.
Anfang August werden im Südwesten Marokkos die Arganfrüchte geerntet. Das Sammeln und die Weiterverarbeitung der Früchte des Arganbaumes sind traditionell Frauensache. Fatna Fakhach ist Berberin und gehört zum Stamm der Amazigh. Die Berber leben schon seit jeher mit und von dem Baum. Er ist einer der ältesten Bäume der Welt. Botaniker schätzen ihn auf 25 Millionen Jahre. Vor Urzeiten war er weit verbreitet, heute wächst er nur noch in Marokko.

Argannüsse und Arganöl

Argannüsse und Arganöl

Den Amazigh liefert der Arganbaum nahezu alles, was für ihr Leben notwendig ist. Er hält die Wüste auf, spendet Schatten, liefert Brennholz, und seine Blätter dienen den Ziegen als Futter. Das Wertvollste aber ist das Öl seiner Früchte. Es hat heilende Kraft, wird als Kosmetik verwendet und verfeinert Speisen.

 

Das aromatische Öl zählt inzwischen auch bei Köchen in Westeuropa zu den auserlesenen Lebensmitteln.

Fatna Fakhach und ihre Kolleginnen stellen dieses Öl in Handarbeit her. Andernorts erledigen Maschinen den mühevollen Prozess. In den vergangenen zehn Jahren wurden in Marokko mehr und mehr staatlich unterstützte Frauenkooperativen gegründet. Viele Frauen aus den Dörfern gehen zum ersten Mal einer Arbeit nach, die außerhalb des eigenen Hauses stattfindet. Sie haben ein eigenes Einkommen und die Chance, Lesen und Schreiben zu lernen. Denn wer in einer Kooperative arbeitet, nimmt auch an einer Alphabetisierungsmaßnahme teil.

Treibende Kraft ist Zoubida Charrouf. Die Chemieprofessorin hat sich der Erforschung des Arganbaumes verschrieben. Die Gründung der Kooperativen und den Aufbau eines Vertriebsnetzes versteht Zoubida Charrouf als politische Bildungsarbeit. Sie will, dass sich die Frauen in einer islamisch geprägten Gesellschaft emanzipieren.

Der Arganbaum ist durch die Urbanisierung, den Bau von Straßen und durch Ziegen- und Kamelherden, die die Zweige kahlfressen, in seinem Fortbestand gefährdet. Aber erst wenn den Menschen bewusst wird, so Zoubida Charrouf, “dass sie mit dem Argan einen wirklich wirtschaftlichen Nutzen haben, setzen sie sich auch für das Überleben des Baumes ein.”